Pfefferkuchenhaus

Am 4. Advent haben wir traditionell überhaupt keine Zeit. Wir “müssen” das Pfefferkuchenhaus für’s Patenkind machen. Das geht samstags damit los, dass ich den Pfefferkuchenteig ansetzte; der muss mindestens eine Nacht ruhen. Sonntags gleich nach dem Frühstück machen wir uns an die Arbeit: mein Mann ist für die personelle Ausstattung aus Marzipan zuständig, ich für den konstruktiven Teil und die Fassadengestaltung. Da wird hochkonzentriert gebacken, geformt, beklebt, bemalt. Wenn abends alles steht, wir nichts Süßes mehr sehen können, der Küchenfußboden wieder gefahrlos begehbar ist, dann schalten wir in der Küche das Licht aus und im Häuschen an (jaha, mit elektrischer Beleuchtung!). Durch die Fensterscheiben aus roter Blattgelatine kommt schummriges Licht und wir freuen uns wie die Kinder. Knusper, knusper, knäuschen…

Pfefferkuchen

Achtung! Der Teig muss mindestens eine Nacht ruhen!

Zutaten für ein Häuschen samt Zaun und Bäumen sowie einigen Keksen für erschöpfte Häuslebauer

500g Rübensirup 1500g Mehl 3 Eier
250ml Milch 2 EL Kakao 3 knapp gestrichene EL (jeweils 6g) Hirschhornsalz
500g Zucker 60g Lebkuchengewürz 3 geh. TL Pottasche
200g Butter 2 TL Zimt etwas Wasser
Mehl zum Arbeiten Milch zum Bestreichen

So geht’s:

1.      Diese Teigmassen, noch dazu von dieser klebrigen, schweren Sorte, kann man am besten in drei Portionen bewältigen. Dazu werden die trockenen und die feuchten Zutaten jeweils getrennt vermischt und in drei Teile geteilt. Eier und Triebmittel werden beim Kneten der jeweiligen Teigportion zugesetzt.

2.     Rübensirup, Milch, Zucker und Butter in einen Topf geben und langsam zergehen lassen. Umrühren, bis es eine homogene Masse ist und in einen Messbecher geben. Die Menge ergibt knapp einen Liter. Abkühlen lassen.

3.     Das Mehl mit Kakao und den Gewürzen gründlich mischen und in drei gleiche Mengen abwiegen.

4.     Pro Teigportion je 1 EL Hirschhornsalz und 1 TL Pottasche getrennt in etwas Wasser vollständig auflösen.

5.     Eine Portion Mehlmischung mit 1 Ei, je einmal Hirschhornsalz und Pottasche und einem Drittel (ca. 300ml) der flüssigen Zutatenmischung zu einem Teig verarbeiten. Info: Nicht erschrecken: Der Teig ist erst einmal ziemlich weich und nicht zum Ausrollen geeignet. Das wird durch die Ruhephase deutlich besser. Vertrau mir!

6.     Auf diese Weise auch die beiden anderen Portionen verarbeiten. Alle drei zusammen in einer großen Schüssel mindestens eine Nacht stehen lassen.

7.     Eine Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen. Vom Teig handliche Portionen abstechen, kräftig durchkneten, ausrollen und die benötigten Formen ausstechen bzw. ausschneiden.

8.     Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit Milch bestreichen (für den Glanz) und bei 175˚c ca. 20 min backen. Abkühlen lassen.

Wer kein Haus aufbauen will, sondern nur Lebkuchen als Plätzchen, verpackt die fertigen Lebkuchenteilchen in eine Blechdose und lässt sie noch ein paar Tage ruhen. Sie werden dadurch weicher und aromatischer. Ach ja, hier ist wirklich Geduld gefordert!

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Eine Antwort auf Pfefferkuchenhaus

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