Tschaikowsky Romeo und Julia

Valentinstag! Da muss man doch über die Liebe schreiben! Und was liegt da näher als der Klassiker der Klassiker: Romeo und Julia ?! Generationen von Dichtern, Denkern und Komponisten haben über dieses Thema gearbeitet. Wen soll man herausheben? Ich habe mich für heute für Tschaikowsky und seine Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare entschieden, weil die Geschichte hier musikalisch sehr eindrucksvoll erzählt wird.

Dunkel und voller Ahnungen geht es los und damit wird schon in den ersten Takten klar: die Geschichte geht nicht gut aus. Da verlieben sich zwei, schleichen heimlich zueinander und so bitter-süß wie’s klingt, wissen sie’s von Anfang an, dass die Lage denkbar verfahren ist. Und es dauert auch nicht lange, bis die Familienfronten gewaltig aufeinanderprallen. Dazwischen kommt immer wieder die Liebe durch wie ein Sonnenstrahl. Aber ehrlich, es ist nur die Sonne wie jetzt im Februar: es freut einen sehr, aber ein heiterer Sommertag wird daraus nicht. Und so gibt es irgendwann keinen Ausweg mehr … Freitod erst beim einen, dann beim anderen. Musikalisch wird daraus ein eindrucksvolles, wunderschönes Drama; wunderschön auch deshalb, weil Tschaikowsky melodisch deutlich macht, dass hier aus Liebe gehandelt wird. Nach dem Tod der beiden schweigt die Umwelt kurz betreten, um dann gehörig zu lamentieren. “Selbst schuld!” möchte man wutentbrannt zurufen, aber Tschaikowsky sieht’s anders: er schafft in den letzten Passagen die Wende in sehnsuchst- und hoffnungsvolles Dur mit ordentlichem Paukenwirbel und kraftvollem Schlussakord, damit es auch der letzte Depp versteht: Die Liebe ist eben das Größte, auch über den Tod hinaus.
Wer da nicht eine Träne verdrückt, noch näher an den Liebsten heranrückt und den Rosésekt nachgießt, dem ist am Valentinstag auch nicht mehr zu helfen. In diesem Sinne: Happy Valentine’s Day!

Ich habe eine Aufnahme mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan aus den 80er-Jahren. Karajan ist ja nicht immer mein Fall, aber für dieses Thema trifft er buchstäblich den richtigen Ton.

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