Waldmeister-/Zitronenmelissenlikör

Nachdem ich ja Ende April gelesen hatte, dass man Waldmeister auch einfrieren könne, hatte ich mir noch schnell die letzten Bestände dieses Jahres in unserem Garten gesichert und einfroren. Jetzt war es an der Zeit, das Ergebnis zu prüfen und siehe da: Waldmeister einzufrieren funktioniert bestens. Man kann den gefrorenen Waldmeister wie frisch verwenden und mir scheint es fast, als verstärke sich sogar durchs Einfrieren der Geschmack. Und wo ich schon am Experimentieren war, habe ich gleich weitergemacht und Waldmeisterlikör angesetzt. Nun ist es gerade nicht der Megatrend, ein Likörchen zu trinken; wahrscheinlich ist das noch nicht einmal mehr bei alten Damen im Café in Mode. Auch ich bin wahrlich kein großer Likörtrinker. Warum also Likör ansetzen? Weil man damit wunderbar weiter”arbeiten” kann: mit Sekt aufgießen (ergibt einen sehr erfrischenden Aperitif), Früchte marinieren, Marmeladen aufpeppen, Cocktails mixen, eine Mousse aromatisieren… eh man sich’s versieht, ist Flasche leer. Wie gut, dass noch etwas Waldmeister im Gefrierschrank schlummert …
Weil im Garten die Zitronenmelisse wuchert, als gelte es, alle Rekorde zu brechen, habe ich den Likör auch noch damit ausprobiert. Auch das Experiment kann ich warm (oder eigentlich eher gut gekühlt) ans Herz legen. Frische Erdbeeren mit etwas Zucker und eins, zwei Löffelchen Zitronenmelissenlikör beträufelt … ach, kann das Leben schön sein!

Zutaten für ca. 800ml Likör

1 Bio-Zitrone nach Geschmack
100g weißer Kandis
1 Vanilleschote
1 Stäußchen gefrorener Waldmeister (ca. 25 Stiele) oder eine gute Handvoll Zitronenmelissenblätter
700ml Wodka

 

So geht’s:

  1. Wer es gerne etwas zitronig mag: Die Zitrone abwaschen und in Scheiben schneiden.
  2. Zitronenscheiben, Kandis, Vanilleschote, Waldmeister/Zitronenmelisse und Wodka zusammen in ein großes, gut verschließbares Glas geben.
  3. Mit Frischhaltefolie so dicht wie möglich abdecken, den Deckel des Glases noch obendrauf und ca. 3 Tage durchziehen lassen. Dabei gelegentlich durchschwenken, damit sich alles gut verteilt, der Kandis löst und die Kräuter möglichst immer unterhalb des Flüssigkeitsspiegels schwimmen.
  4. Den Likör durch ein Sieb gießen – Kräuter, Zitronenscheiben und Vanilleschote kann man nur noch wegwerfen – und in blitzsaubere Flaschen abfüllen.
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2 Antworten auf Waldmeister-/Zitronenmelissenlikör

  1. Kann man den Waldmeister auch noch im September genießen?
    Oder ist der Aromastoff Kumarin zu hoch?

    Kumain erzeugt meines Wissens bei intensievem Genuss starke Kopfschmerzen!

    • Kucki sagt:

      Hallo Petra,

      vielen Dank für Deine Frage. Ich bin daraufhin nochmal in alle meine Kräuterbücher eingetaucht. Dort finden sich einhellig Ernteempfehlungen für die Zeit vor der Blüte, also je nach Lage Ende April/Anfang Mai, aber keine Erläuterung, warum das so ist. Eben bin ich deshalb nochmal im Garten gewesen, um ein Sträußchen zu pflücken. Die Blätter fangen schon an braun zu werden und mir scheint das Aroma auch nicht mehr so intensiv zu sein. Ich denke deshalb, es ist beim Waldmeister wie bei sehr vielen Kräutern: das meiste Aroma hat er kurz vor der Blüte, daher im April zu verwenden. Der Cumaringehalt dürfte damit jetzt eher geringer sein, aber um den geht es ja gerade.

      Das Cumarin wird übrigens erst freigesetzt, wenn die Stängel welken bzw. wenn die Pflanzenzellen z.B. durch Reiben zerstört werden. Bei größeren Mengen führt Cumarin tatsächlich zu Kopfschmerzen. In die Maibowle darf man das Sträußchen deshalb nicht so lange hängen. Beim Likör sind wiederum die konsumierten Mengen entweder so klein, dass es keine Wirkung hat. Oder so groß, dass man nicht mehr unterscheiden kann, ob die Kopfschmerzen vom Alkohol oder vom Cumarin kommen. ;-)

      Meine Empfehlung: Warte bis zum nächsten Frühling, setz dann den Likör an und füll später 1-2 EL fertigen Likör mit einem Gläschen Sekt auf. So hast Du richtig lange ‘was vom herrlichen Waldmeistergeschmack.

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